Einsteigerguide von Gryphon (Woodland Force)

Wir sind nicht Autor dieses Einsteigerguides. Verfasser ist Gryphon und hat den Einsteigerguide auf woodlandforce.com veröffentlicht.

Hier ist sehr guter Einsteigerguide , der so ziemlich alle wichtigen Informationen rund um den Einstieg in Airsoft und allgemein um Airsoft enthaltet.

Der folgende Text wurde von Gryphon auf http://woodlandforce.com/2015/09/13/airsoft-einsteigerguide/ veröffentlicht und wird hier als Mirror unverändert ebenfalls gespeichert.

„Dieser Airsoft-Einsteiger-Leitfaden behandelt Airsoft in Deutschland und orientiert sich an der deutschen Gesetzeslage. Der einfachheithalber wird, sofern möglich, nicht unterschieden zwischen Freien Waffen (Energie im Bereich 0,5 – 7,5 J; ab 18 Jahren) oder Spielzeugen (E<0,5 J, ab 14 Jahren).
Unabhängig von der Gesetzeslage, sind Airsoftwaffen keine Spielzeuge. Sie gehören nicht in Kinderhände.
Airsoftwaffen gehören nicht in die Öffentlichkeit. Das Spielen auf nicht-legalen Spielfeldern, schließt sich selbstverständlich aus.Airsoft ist ein ganzjähriges Outdoor-Teamspiel. Ziel ist es, unabhängig vom Spielmodi wie bspw. Capture-the-Flag, die gestellten Aufgaben zu erfüllen, dabei seinem Gegenspieler möglichst zuvor zukommen und taktisch besser zu sein als er.
Hierzu kommen Waffenrepliken (ASG – Airsoftgun) zum Einsatz, welche mit Luftdruck eine 6mm Kunststoffkugel (BB), mit geringer Reichweite verschießen.
Sportliche Fairness und Teamgeist sind ein Muß. Vom Gegner getroffen worden zu sein und diesen Treffer anzuerkennen, auch wenn es sehr ungünstig für die Situation des eigenen Teams ist oder selbst die Initiative zu ergreifen und vorzugehen, auch wenn dies bedeutet, das man sich dem Gegenüber exponiert, um ein Patt aufzubrechen und das eigene Team voranzubringen, sind wichtige Elemente, welche das Spiel ausmachen.
Ziel ist es nicht, Mitspieler zu verletzen, „Rechnungen zu begleichen“ oder das eigene Selbstwertgefühl durch ein möglichst markiges Auftreten und eine unangemessen aggressive Spielweise aufzupolieren.
Airsoftspieler kommen aus allen Schichten der Gesellschaft. Dementsprechend vielseitig sind Ansichten, Standpunkte und Meinungen. Daher kann Airsoft nur frei von Politik und Religion sein, um für jeden den gleichen Spaß am Spiel zu garantieren.
Da im Airsoft die körperliche Aktivität nicht unbedingt im Vordergrund steht und es bspw. weder einheitliche Regelwerke, übergeordnete Organisationsstrukturen oder die Möglichkeit von Vergleichswettkämpfen gibt, ist die Bezeichnung „Sport“ irreführend.Wie jedes Hobby, kostet auch Airsoft Geld. Auch hier bekommt man nur das, wofür man bezahlt. Ein Anfänger sollte als Mindestansatz etwa 300€ für eine Waffe (SAEG), plus 100-200€ für zusätzliche Ausrüstung und Zubehör rechnen. Erfahrungsgemäß steigen die Kosten mit der Zeit.
Der Tageseintritt für ein legales Spielfeld kostet etwa 10-25€. Größere organisierte, durchaus mehrtägige Spiele, liegen bei 20-80€ für das Event. Dazu kommen die Anfahrtskosten zum Spielgelände (Sprit, ggf. Kosten für einen Mietwagen, etc), ggf. Übernachtungskosten und Verpflegung.Gesetzgeber und gesunder Menschenverstand geben drei Dinge vor, über die ein Airoftspieler als Mindestsausstattung verfügen muss, um spielen zu können:– Schutzbrille,
– Waffentransportbehältnis,
– Waffe

Schutzbrille

Die Schutzbrille muss unbedingt für Airsoft geeignet sein. Es gibt verschiedene Normen für Schutzbrillen, welche in die Einkaufsentscheidung mit einfließen sollten:

Gestell-Schutzbrillen
„EN 166 F“ – Stoß leichter Energie;
Bechuss mit einer Stahlkugel (D=6mm, M=0,86g, V=45m/s). Die resultierende Prüfenergie von 0,87 Joule ist zu gering für Airsoft !
Eine Brille, welche ausschließlich dieses Prüfmerkmal aufweist, ist für Airsoft nicht geeignet.

„ANSI Z87.1+“ – Impact Protector (ANSI Z87.1-2010)/High Velocity Impact (ANSI Z87.1-2003);
Beschuss mit einem Kugellager (D=6,35mm, M=1,06g, V=45,72m/s). Die resultierende Prüfenergie von 1,11 Joule ist zu gering für Airsoft !
Eine Brille, welche ausschließlich dieses Prüfmerkmal oder zzgl. das „EN 166 F“ aufweist, ist für Airsoft nicht geeignet.

„MIL PRF 31013“ und „MIL PRF 32432 Class 1/1a“
Beschuss mit einem T-37-Splitterdarstellungsgeschoss (Kaliber 3,81mm, M=0,376g, V=195 bis 201m/s). Die resultierende Prüfenergie von 7,15 Joule ist ausreichend für Airsoft !

„STANAG 2920“
Beschuss mit einem Splitterdarstellungsgeschoss (Kaliber 5,46mm, M=1,1g). Als Ergebnis erhält man den V50-Wert (50% aller – min. sechs – Testprojektile durchschlägt das Zielobjekt, die andere Hälfte nicht). Je höher die V50-Geschwindigkeit, desto besser Schutzfaktor.
Vielfach ist die V50-Geschwindigkeit des Glases nicht angegeben oder muss erst recherchiert werden. Derartig geprüfte Brillen, sind in der Regel für Airsoft geeignet.

Korbschutzbrillen
„ANSI Z87.1+“ – Impact Protector (ANSI Z87.1-2010)/High Velocity Impact (ANSI Z87.1-2003);
Beschuss mit einem Kugellager (D=6,35mm, M=1,06g, V=76,2m/s). Die resultierende Prüfenergie von 3,05 Joule ist zu gering für Airsoft !
Eine Brille, welche ausschließlich dieses Prüfmerkmal aufweist, ist für Airsoft nicht geeignet.

„EN 166 B“ – Stoß mittlerer Energie;
Bechuss mit einer Stahlkugel (D=6mm, M=0,86g, V=120m/s). Die resultierende Prüfenergie von 6,19 Joule ist ausreichend für Airsoft !

„MIL-DTL-43511D“ und „MIL-PRF 32432 Class 2/2a“
Beschuss mit einem T-37-Splitterdarstellungsgeschoss (Kaliber 5,46mm, M=1,1g, V=168 bis 170m/s). Die resultierende Prüfenergie von 15,52 Joule ist ausreichend für Airsoft !

„STANAG 2920“
Beschuss mit einem Splitterdarstellungsgeschoss (Kaliber 5,46mm, M=1,1g). Als Ergebnis erhält man den V50-Wert (50% aller – min. sechs – Testprojektile durchschlägt das Zielobjekt, die andere Hälfte nicht). Je höher die V50-Geschwindigkeit, desto besser Schutzfaktor.
Vielfach ist die V50-Geschwindigkeit des Glases nicht angegeben oder muss erst recherchiert werden. Derartig geprüfte Brillen, sind in der Regel für Airsoft geeignet.

Schutzbrillen können nach mehreren Normen zertifiziert sein. Hier ist bei Bedarf selbst zu recherchieren. Eine Schutzbrille die nach EN 166 F geprüft ist, kann auch zusätzlich die Vorgaben der MIL PRF 31013 erfüllen oder nach STANAG 2920 geprüft sein. Bauartedingt können Gestellschutzbrillen nicht nach EN 166 B zertifiziert werden, sie können jedoch den gleichen oder bessren Schutz bieten. Gleichzeitig können auch Korbschutzbrillen nur der EN 166 F entsprechen.

Eine Schutzbrille muss den Bereich der Augen gut abdecken. Wechselgläser (klar, grau rotbraun (!; gelbe Gläser sind veraltet)) sollten vorhanden und schnell austauschbar sein. Brillenträger sollten auf ihre normale Sehhilfe beim Spiel verzichten. Viele Hersteller bieten Korrektureinsätze/Rx-Carrier für ihre Produkte an. Ein Optiker muss dann passende Gläser anfertigen (je nach Modell ab ~30€), der Korrektureinsatz wird einfach in die Schutzbrille eingeklipst.
Eine weitere, wesenlich teurere Option ist es, eine Schutzbrille in Stärke anzufertigen. Am einfachsten und günstigsten sind wahrscheinlich Kontaktlinsen um einen Sehfehler auszugleichen.

Schutzbrillenscheiben bestehen aus Polycarbonat. Dieses Material ist u.a. anfällig für UV-Strahlen und Lösungsmittel/Alkohol (Reinigungsmittel, Insektenschutzmittel, Deo). Die Scheiben sollten deswegen nach regelmäßigem Tragen, auch ohne Schäden, nach drei bis fünf Jahren ausgetauscht werden. Nach häufigen Treffern auf die Scheibe sollte man die Scheibe gegebenenfalls früher tauschen. Ihr habt nur zwei Augen!
Es ist nur ein Hobby und nicht die Gesundheit wert!

Die Authorized Protective Eyewear List (APEL: www.peosoldier.army.mil/equipment/eyewear/ ) der US-Streitkräfte ist ein guter Anhalt für die (militärische) Schutzbrillenauswahl. Darüber hinaus sind die Modelle Swisseye Raptor, Revision Sawfly und ESS ICE empfehlenswert.

Gitter- und Lochgittermasken/-brillen sind eher nicht zu empfehlen. Zwar können sie nicht beschlagen, sind aber dennoch durchlässig für kleine Splitter.
Masken aus Gittergeflecht provozieren das zersplittern von BBs. Sie sind nicht als Augenschutz geeignet.
Für das Tragen der Schutzbrille muss sich eine Selbstdisziplin entwickeln. Die Brille wird aufgesetzt, sobald man das Spielfeld betritt bzw. mit Waffen hantiert wird. Die Brille kann abgenommen werden, wenn man das Spielfeld verlässt. Selbst in der Safezone, aber auf jeden Fall auf dem Spielfeld, unabhängig von der jeweiligen Situation, bleibt die Brille auf.
Halbmasken – egal ob aus Gittergeflecht, Neopren oder Cordura – als Schutz für die untere Gesichtshälfte, zusätzlich zur Schutzbrille, sind empfehlenswert.

Vgl. hierzu auch: airsoftaustria-tech.blogspot.de/2012/03/maskentest.html

Waffentransportbehältnis

Die Airsoftwaffe muss zwischen Wohnung und Spielfeld/Büchsenmacher, in einem
– nicht durchsichtigen und
– verschlossenen
Behältnis transportiert werden.
Die ungeladene Waffe sollte gepolstert liegen. Eine Waffentasche oder ein Waffenkoffer, abgeschlossen mit einem Vorhängeschloss (Zahlenschloss oder Schlüssel) ist empfehlenswert. Eine ausreichend dimensionierte, abschließbare Sporttasche ist ebenfalls eine Option.
Magazine und Ausrüstung müssen nicht verschlossen sein, sollten aber nicht sichtbar transportiert werden.
Airsoftgranaten (40mm Granaten, Tornado-Wurfgranaten, …) dürfen nicht geladen transportiert werden.
Um falsche Eindrücke bei Außenstehenden zu vermeiden, sollte die Ausrüstung generell möglichst verdeckt transportiert werden.

Airsoftwaffe

Nach deutschen Recht gelten Airsoftwaffen, auch Markierer, mit einer Energie <0,5 Joule als Spielzeug. Diese ASGs dürfen im Handel ab dem 14. Lebensjahr erworben werden. Diese Waffen dürfen vollautomatisch schießen.
Waffenrepliken mit einer Energie von mehr als 0,5J bis 7,5J gelten als Freie Waffen. Sie dürfen ab dem 18. Lebensjahr erworben/besessen (Besitz – Gewalt über einen Gegenstand ausüben !) werden. Diese Waffen dürfen nur halbautomatisch schießen. Auch müssen sie über ein Prüfzeichen für Freie Waffe – ein F im Fünfeck – verfügen. Airsoftwaffen mit E>0,5J, die im Ausland erworben werden, verfügen nicht über dieses Prüfzeichen und dürfen durch den Endnutzer nicht in die Bundesrepubklik Deutschland eingeführt werden!

Im Umgang mit jeder Schusswaffe, sollte man sich vier einfache Sicherheitsregeln verinnerlichen:

1. Jede Waffe ist als geladen zu betrachten.

2. Die Mündung wird nur auf das gerichtet, was ich auch beschießen will.

3. Der Finger berührt erst den Abzug, wenn ich schießen will. Ansonsten ist der Finger lang, am Abzug.

4. Ich bin mir meines Zieles sicher.

Diese Regeln sind eine Selbstverständlichkeit und sollten durch alle Waffenutzer, egal welchen Hintergrund sie haben, angewendet werden.

Wichtig zu verinnerlichen ist, dass die physikalischen Abläufe in Aisoftwaffen anders sind, als bei normalen Schusswaffen. Verlängert man bei einer scharfen Schusswaffe den Lauf, wird dies in der Regel mit einer Leistungssteigerung einhergehen. Tut man dies unüberlegt bei einer Airsoftwaffe, ist eine Leistungseinbuße durchaus wahrscheinlich.
Die Waffenenergie (in Joule angegeben) ist zwar ein Faktor um Waffen einzuteilen, sie sagt aber nichts über die Reichweite der Waffe aus. Eine ASG aus dem Hause Tokyo Marui beispielsweise, wird mit 0,8-0,9 J wesentlich bessere Reichweitenergebnisse erzielen, als ein Produkt der Billigmarken JingGong oder DBoys welche idR mit 1,2-1,6 Joule auf den Markt geworfen werden.

Technisch gesehen gibt es drei Funktionsweisen für ASGs

Federdruck
Zum Abschießen eines BB, muss eine Feder vorgespannt werden. Bei Federdruckwaffen, spannt der Schütze die Feder mit der Hand. Diese Funktionsweise findet sich bei verschiedenen Waffenrepliken mit einer Energie <0,5J. Im Bereich >0,5J sind mit Masse Repliken von Scharfschützengewehren als Federdruckwaffe auf dem Markt.
Federdruckwaffen funktionieren wetterunabhängig. Da sie per Hand betätigt werden, benötigen sie auch keine Akkus oder Gas. Dafür haben sie eine niedrige Schussfolge.

Elektrisch (AEP – Automatic Electric Pistol; AEG – Automatic Electric Gun ; S-AEG Semi-AEG)
Bei dieser Funktionsweise, wird die Feder über einen Elektromotor, der mehrere Zahnräder antreibt gespannt. Die Stromversorgung geschieht über Akkus.
Akkus können sich in äußerer Form und Leistung unterscheiden.
Die Leistungsfähigkeit dieser Waffenart ist stark von der Stromversorgung abhängig, dennoch sind diese Waffen allwettertauglich. Neben den Akkus, muss auch ein passendes Ladegerät beschafft werden.

Gas
Bei gasbetriebenen Waffen, treibt eine genau bemessene Gasmenge das BB an. Das Gas wird entweder aus einer größeren Flasche in die Waffe oder das Magazin umgefüllt oder es kommt aus einer eingesetzten CO2-Kapsel.
Gaswaffen können einen Teil des Treibmittel zur Nachahmung einer realistischen Waffenfunktion verwenden (GBB – GasBlowBack). Waffenmodelle die dies nicht tun, werden als NBB (NonBlowBack) bezeichnet.
Gaswaffen, mit Ausnahme von CO2, sind nicht allwettertauglich. Die im Airsoft verwendeten Treibmittel finden bei etwa 10°C ihre Grenzen.
Neben der Waffe, muss das passende Gas vorgehalten werden. Weiters sind diese Waffen in der Regel sehr wartungsintensiv.

Für den Einsteiger ist eine elektrisch betriebene Waffe ratsam. Als Waffentyp bietet sich eine Sturmgewehrreplik an.
Scharfschützengewehre sind zwar vielfach in den Köpfen als Wunschwaffe manifestiert. Die Wirklchkeit entspricht aber selten der Vorstellung. Um im Spiel konkurrenzfähig zu sein, brauchen diese Waffen Reichweite und Präzision (nicht Energie!) und zwar über das Maß hinaus, welche sie ab Werk bieteten. Dazu kommt, dass der spielunerfahrene Schütze nie die Fähigkeit und Erfahrung zum umsichtigen Einsatz einer solchen Waffe mitbringt.

Auf einem Spielfeld können folgende Energiegrenzen für Waffen angenommen werden.

Kurzwaffen – bis 1,2J (Pistolen, … – BackUp)
Sturmgewehre – bis 2J
Scharfschützengewehre – bis 3J

Als Mindestabstand – unter dem nicht mehr geschossen wird, um Verletzungen zu vermeiden – kann man als Faustformel zur Rate ziehen:
Pro 0,1 Joule eigener Waffenleistung, 1 Meter Abstand.
Beispiele :
1.: Pistole 1 Joule – Mindestabstand 10m, ab dem erst mit der Waffe geschossen werden darf
2.: Scharfschützengewehre 3 Joule – Mindestabstand 30m, ab dem erst mit der Waffe geschossen werden darf

Die Vorgaben des Spielfelds/Absprachen der Spieler regeln jeweils das Verhalten unterhalb Mindestentfernung.

Repliken von Kurzwaffen (Pistolen, Revolver, kleine Maschinenpistolen) mit einer Leistung von 2 Joule und mehr (in der Regel günstigere CO2-NBB-Waffen), sind für Airsoft ungeeignet, da die für den Mindestabstand benötigte Schussreichweite nicht erreicht wird.

Eine Einsteigerwaffe sollte sich im Bereich 0,5 – 1,4 Joule für die Langwaffe und <0,5J – 1 Joule für die Kurzwaffe (BackUp) bewegen. Als BackUp-Waffe sollte auch eine AEP <0,5 Joule berücksichtigt werden.

Der Markt ist zu sehr im Fluß, als das man ein konkretes Modell, eines Herstellers empfehlen könnte. Manche namhaften Hersteller bieten sogenannte „Sportsline“-Modelle an. Mit geringerer Leistung und Bauteilqualität wird versucht, etwas im Niedrigpreissegment anbieten zu können. Günstige Waffen werden in der Regel einen geringen Wiederverkaufswert haben.

Bei der Auswahl des Waffenmodells sollte auch der Zubehörmarkt betrachtet werden. Eine günstige Waffe, ohne verfügbare Ersatzteile, kann im Reparaturfall fast nur noch entsorgt werden. Ähnliches gilt für Magazine und Anbauteile. Ist hier eine Versorgung nicht sichergestellt oder sind Teile nicht verfügbar, wird man immer auf der Stelle treten.
Hersteller brauchbarer Einsteigerwaffen wären (alphabetische Reihenfolge):
Ares, Cyma, Classic Army, G&G, G&P, ICS, LCT, LMT, Tokyo Marui, …

Für Airsoftwaffen gibt es verschiedene Magazinarten, die drei gängisten sind:

LowCaps (LC – Low Capacity – geringe Kapazität)
ca. 40 – 100 BBs
MidCaps (MC – Medium Capacity – mittlere Kapazität)
ca. 100 – 200 BBs
HiCaps (HC – High Capacity – hohe Kapazität)
ca. 200 – 600 BBs

Diese Magazine unterscheiden sich baulich.
HiCaps sind in der Regel nicht gern gesehen, auf manchen Spielfeldern/Spielen gar verboten oder ihre Verwendung ist reglementiert. Dennoch liegt meist ein HiCap jeder ASG bei.
Für den Einstieg kann man drei bis vier LowCap- oder MidCap-Magazine für die Primärwaffe und ggf. ein bis zwei Magazine für die BackUpWaffe einplanen.

Mit weiteren Waffenzubehör wie Zweibeine, Handgriffe, Optiken, etc. Sollte man bis nach dem ersten Spiel(en) warten. Man hat so einen besseren Überblick, für das was der Markt hergibt und was man selbst benötigt.

Optionales

Zusätzliche Schutzausrüstung
Festes, knöchelhohes Schuhwerk (Trekkingschuhe, Stiefel,…) und Handschuhe sollten bereits die Erstausstattung ergänzen.
Wie bereits erwähnt sind Gesichts- oder Halbgesichtsmasken empfehlenswert. Alternativ kann hier auch ein Schal oder Tuch den Halsbereich und die untere Gesichtshälfte zumindest provisorisch schützen. Wird auf eine Maske verzichtet, kann ein Sportzahnschutz zusätzlich das Gebiss schützen.
Knie- und ggf. Elenbogenschoner, sowie ein Helm sind ebenfalls optional, können aber auf einem stark zugebauten Spielfeld, sehr zweckmäßig sein.
Abgewogen werden muss ganz klar zwischen Schutz und Beweglichkeit, da man rundumgepolstert kaum vom Fleck kommen wird.

Bekleidung (First Line)
Airsoft sollte immer auch ein wenig Stil sein. Bekleidung schafft keine bessere Spielweise, dennoch ist es schön, sich vom typischen Einheitsbrei abzuheben.
Für das erste Spiel reicht eine minimale Ausrüstung, wer nicht gänzlich in zivil über das Spielfeld laufen will, kann sich mit gebrauchter Armeebekleidung einen ersten Grundstock schaffen. Das typische, negativ-geprägte Bild eines Airsoft-Anfängers besteht aus Feldbluse und Feldhose im Bundeswehr 5-Farben-Tarndruck, mit einer MilTec-Trageausstattung. Selten sieht eine dieser Kombinationen, wirklich gut aus.
Die wenig genutzte Alternative wäre bspw. Bekleidung der britischen Streitkräfte. Hier reicht bereits das (Combat) Field Jacket DPM um die erwähnte Anfägerausstattung (Magazine, …) brauchbar zu transportieren. DPM lässt sich später auch gut mit anderer Bekleidung kombinieren. Auch hier gilt sich erst einen Überblick, über das Angebot des Marktes und des eigenen Bedarfs zu verschaffen.
Wer länger Airsoft spielen möchte, wird feststellen das bei manchen Events, die Einteilung der Spielergruppen nach Art und Farbe der Bekleidung erfolgt. Es kann also Sinn machen, ein „Dunkles“ (grüne Tarnmuster: DPM, Woodland, 5-Farbentarndruck, …) und ein „Helles“ (sandige Tarnmuster: Multicam, DDPM, 3-Farbentarndruck, Wüstentarn, …) Outfit vorzuhalten.
Airsoft wird das ganze Jahr durch gespielt: Bei strahlendem Sonnenschein, wie auch bei Regen oder Schnee. Von daher sollte man auch rechtzeitig einen Gedanken an adäquate Nässe- und Kälteschutzbekleidung verschwenden. Ein Poncho ist eine günstige Lösung. Er hält warm und trocken und ist dazu sehr vielseitig einsetzbar.
Eher zivile Nässeschutzbekleidung kann unter dem Spieloutfit getragen werden.
Der Surplus-Markt gibt ausreichend Gebrauchtkleidung her. Neue Bekleidung ist in der Regel aber auch problemlos erschwinglich.
Orientierungshilfe für die Beschaffung von Outdoor-Bekleidung sollte das Zwiebelschalenprinzip sein. Auf eine zweckmäßige Schicht Unterwäsche (Base Layer; bspw. Kunstfaser oder Wolle), kommen mehrere Isolationsschichten (Mid Layer; Fleece, Softshell z.B.), gefolgt von einer stabilen, wetterfesten Außenschicht. Diese Schichten können je nach Bedarf weggelassen oder hinzugefügt werden.
Bekleidung aus dem Zeitraum des 3. Reiches ist auf vielen Spielfeldern untersagt und wird allgemein nicht gerne gesehen.

Trageausstattung (Second Line)
Unter Trageausrüstung versteht man Koppeln, Chest Rigs, Plattenträger, Schutzwesten, Kampfmittelwesten und dergleichen. In ihr transportiert man hauptsächlich die Magazine der ASG, sein Wasser und anderes unmittelbar wichtiges Material.
Vielfach läuft die erste „Weste“ auf ein Produkt von MilTec oder ähnlich günstigen, qualitativ eher minderwertigen Herstellern hinaus. Der niedrige Preis wird durch schlechte Grundmaterialen (Kunststoffteile ohne ausreichende Flexibilität, unnatürlich glänzender Stoffe, etc.), minderwertige Verarbeitung (schwach dimensionierte Nähte, …) und fehlende Qualitätskontrolle erreicht.
Für ein paar Euro mehr findet man, gebrauchte oder gar neue, vergleichbare Ausrüstungsgegenstände namhafter Hersteller. Neben der besseren Qualität, überzeugen diese Artikel in der Regel mit durchdachteren Lösungen im Detail. Sollte man Airsoft recht schnell müßig werden, wird ein hochwertigerer Artikel, in der Regel auch einen wesentlich besseren Wiederverkaufswert erreichen.
Für den Einstieg empfiehlt sich ein nicht-modulares oder teilmodulares Chest Rig. Bei einem nicht-modularen Chest Rig sind alle Taschen (Magazin- und Mehrzwecktaschen) festvernäht, bei einem teilmodularen Chest Rig sind zumeist die Magazintaschen vorhanden, zusätzlich gibt es modulare Flächen, auf die weitere Taschen, je nach Bedarf angebracht werden können.
Eine feste, symmetrische Taschenanordnung ist einfacher zu nutzen, man verliert sich weniger in der Taschenkonfiguration, weiterhin halten sich auch die Zusatzkosten für modulare Taschen und Zubehör in Grenzen.
Wahrscheinlich wird man sich später ein umfangreiches, modulares Taschenset beschaffen wollen. So hat aber bereits ein kleineres, kompaktes Rig, welches gern auch mal an warmen Sommertagen getragen werden kann.

Outdoor-Ausrüstung (Third Line)
Die meisten Spielfelder liegen fernab von Einkaufsmöglichkeiten. Von daher sollte man Essen und Getränke selbst mitbringen. Während des Spiels ist es ratsam, Wasser mitzuführen. Sei es in einem Trinksystem (Source, Camelbak, …) einer Faltflasche (Platypus, Nalgene, …), einer Feldflasche (Nalgene, …) oder in einer 0,5l-PET-Flasche in einer Doppelmagazintasche. Für einen warmen Sommertag, sollte man mindestens 3l Wasser einplanen.
Wer länger (mehrere Tage) unterwegs ist, kann sich beim Essen anTrekking-Ausstattern (Travellunch, …) oder militärischer Einsatzverpflegung (EPA, MRE, RCIR, 24h Combat Ration,…) orientieren.
Der Anfahrtsweg zwischen Wohnort und Spielfeld kann sehr lang sein, ebenso kann ein Spiel über mehrere Tage gehen. Der Besitz einer Iso-Matte/Feldbett/Luftmatratze und eines 3- oder gar 4-Jahreszeiten-Schlafsack, sowie eines Ponchos oder Tarps um darunter oder gar eines Zelts um darin zu schlafen, ist durchaus zu empfehlen.
Zweckmäßig ist es, die Ausrüstung so zu wählen, das man sie selbst in einem Rucksack transportieren kann.

Wir bedanken uns an dieser Stelle an Gryphon, vielen dank für diesen klasse Beitrag von Dir!“

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